Bikers Classis - ein königlicher Platz für die Seitenwagenklasse
Im vergangenen Jahr gab es während "The Bikers Classics" eine solch große Begeisterung für die Seitenwagenklasse, dass dieser Teil des Programmes nun erweitert werden musste.
Im vergangenen Jahr gab es während "The Bikers Classics" eine solch große Begeisterung für die Seitenwagenklasse, dass dieser Teil des Programmes nun erweitert werden musste. Nicht nur bezüglich des Niveaus der Teilnehmer, sondern auch hinsichtlich der Maschinen, die vom 1.-3. Juli präsentiert werden.
Ehre wem Ehre gebührt: Steve Webster wird anwesend sein. Der zehnfache Weltmeister bzw. FIM-Weltcup-Gewinner der Seitenwagenklasse wird dabei sein großartiges LCR-Gespann fahren - eines von zwei weltweit noch existierenden Exemplaren. Steve startete seine Karriere im Alter von 19 Jahren, was in dieser Kategorie außergewöhnlich ist. Er absolvierte 25 Rennjahre, in deren Verlauf er die Rekordzahl von 10 WM- bzw. Welt-Cup-Titeln erreichte. 1983 begann seine WM-Karriere mit einem fünften Platz - Tony Hewitt im Seitenwagen - im heimischen Silverstone. Das erste Podest folgte 1984 (3. auf dem Nürburgring), und das "God save the Queen" hörte er erstmals bei einem WM-Lauf als Sieger in Spa-Francorchamps 1986. 1987 wurde er dann erstmals Weltmeister, gemeinsam mit Tony Hewitt; beide wiederholten diesen Erfolg auch in den zwei folgenden Jahren. In 181 WM-Läufen siegte er 62 mal, wurde 37 mal Zweiter und 27 mal Dritter. In fast 70 % der von ihm bestrittenen WM-Läufe stand er also auf dem Podest - einmalig!! Und 82 Trainingsbestzeiten sprechen eine zusätzliche Sprache!
Viele werden sich aber auch an seinen spektakulären Sturz während der Dutch TT in Assen 1985 erinnern. Im harten Kampf um die Spitze rutschte er auf nasser Strecke ins Gras und dann in einen für Assen damals typischen Wassergraben neben der Strecke. Und das vor den Kameras einer an dieser Stelle konzentrierten Fotografenschar! Dieser Unfall war so spektakulär, dass er noch heute in den Medien präsentiert wird! Gemeinsam mit Paul Woodhead, der ihm bei seinen letzten drei Titeln im "Boot" assistierte (vorher taten das neben dem schon erwähnten Tony Hewitt noch Gavin Simmons und David James), wird er nun wieder an den Ort seines ersten großen Triumphes zurückkehren, La Source durchfahren, die alte Boxenanlage passieren und Eau Rouge erklimmen.
Natürlich werden die Briten nicht die einzigen Champions sein, die sich auf dem Ardennenkurs präsentieren. Der deutsche Doppelweltmeister von 1975/76, Rolf Steinhausen wird diesmal mit Torsten Gries anwesend sein. Sein "Untersatz" wird eine König RSI von 1970 sein. Zur Erinnerung: es war eine König, mit der Steinhausen/Huber die ersten Zweitakt-Gespannweltmeister wurden. Auch Steve Abbott, der Weltmeister von 2002, wird anwesend sein, assistiert von Scott Whiteside. Ihr Gespann wird eine Krauser-Seymaz-Yamaha, Jahrgang 1984, sein. Und letztendlich nicht zu vergessen Ralf Engelhardt, dessen Bedeutung für den Gewinn von Klaus Enders' sechs Weltmeistertiteln unbestritten ist. Er hat nun die Seiten getauscht und wird eine von Dieter Busch getunte BMW pilotieren.
Und es wird noch viel mehr zu entdecken sein. So Paul Stanicks und Klaus-Dieter Hellers Helsta B2B, ein Vertreter der Klasse also, die 1979 einmalig ausgefahren wurde. Diese Ex-Steinhausen-Maschine ist etwas Besonderes, weil das Seitenwagenrad separat gelenkt wurde. Diese Technik wurde allerdings von der FIM damals verboten, da sie als zu gefährlich galt.
Derek Jones - populär als "Crazy Horse - wird uns mit einer authentischen Ireson-Yamaha von 1978 unterhalten. Und der Konstrukteur dieser Maschine, Trevor Ireson - selbst ein erstklassiger Pilot - wird ebenfalls im Fahrerlager anwesend sein. Genauso wie Dieter Busch, Terry Windle und weitere geniale Techniker.
Ein Zweitakt-Treffen
Die neunte Ausgabe von "The Bikers Classics" wird aber in die Annalen auch als das größte Zweitakt-Seitenwagentreffen eingehen. Und die vielen anwesenden 2- und 4-Takt-Maschinen werden einen großartigen Einblick in die Entwicklung der Seitenwagenklasse in den vergangenen Jahrzehnten geben.
Eine Entwicklung, die im Wesentlichen dargestellt werden wird in einem großen Zelt, positioniert im Fahrerlager. Eines der wertvollsten dort ausgestellten Stücke wird die von Helmut Fath initiierte und in Zusammenarbeit mit einem Team von großartigen Technikern konstruierte und gebaute 500-ccm-Vietzylinder-URS sein. Mit einer solchen Maschine - benannt nach Faths Heimatort URSenbach - wurde dieser als erster Rennfahrer der Geschichte mit Beifahrer Wolfgang Kalauch 1968 Weltmeister auf einer selbst entwickelten Maschine. Ihr nunmehriger Eigentümer, der Franzose Jean-André Coquard, wird sie an den Start bringen. Und als Beifahrer hat er sich dafür Julius Kremer herausgesucht, der u.a. 1971 mit dem Weltmeister genannten Jahres, Horst Owesle, die Dutch TT in Assen gewann.














