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Marcel Ankoné : "Blasen an meinem 'Allerwertesten' in Spa-Francorchamps

Blickt man zurück in die 70er Jahre, so hatte sich damals in der Halbliterklasse eine Gruppe von "Fliegenden Holländern" herausgebildet, und zu dieser gehörten Fahrer wie Marcel Ankoné, Wil Hartog, Boet van Dulmen, Rob Bron und Jack Middelburg.

Marcel Ankoné hatte seine internationale Karriere zu Beginn des damaligen Jahrzehnts begonnen und 1972 in Opatija als 250-ccm-Siebenter erstmals WM-Punkte erzielt. Sein Untersatz war eine mit Seeley-Fahrgestell ausgerüstete Yamaha, "Yamsel" genannt. In Spa-Francorchamps wurde er in selbiger Klasse Zehnter. Über ein 350er-Yamsel-Intermezzo 1973 ( bester WM-Platz der 6. in Opatija) fand er dann im gleichen Jahr "seine" Klasse, die der Halblitermaschinen. Und als Fünfter im Spanien-GP fuhr er sein bis dahin bestes Resultat ein.

Die letzte volle WM-Saison fuhr der Holländer 1976. Und in jenem Jahr konnte er auch seinen ersten und einzigen Podestplatz feiern. Es reichte zum 3.Rang in - Spa-Francorchamps. "Ich denke besonders zurück an zwei Ereignisse aus dieser Saison" erinnert er sich. "Das war zum einen der Große Preis von Deutschland auf dem Nürburgring, als ich im Regen auf meiner Slick-bereiften Suzuki die schnellste Rennrunde fuhr. In der Hauptsache ist es aber natürlich der Augenblick, als ich in Spa das Podest betrat. Ein erhebender Moment!"
Eine Woche vorher hatte er - ausgerechnet bei seinem Heim-GP in Assen - technische Probleme und fiel aus. "Ich hatte mich für die erste Startreihe qualifiziert, aber während des Rennens lief das Motorrad zeitweise nur auf zwei Zylindern. Wie sich schon im Trainig angedeutet hatte, arbeitete die Zündung nicht einwandfrei. Die japanischen Ingenieure nahmen an, ich hätte etwas falsch gemacht, hatten aber keine Ersatzzündung zur Verfügung. Kurz vor dem Belgien-GP fuhr ich nach Deutschland zu Kröber, und die Spezialisten fertigten eine Zündung an. Und diese funktionierte prima, vor allem hatte ich wesentlich mehr Motorkraft in den unteren Drehzahlbereichen" sagte er und lächelte.
In Spa stand Ankoné wieder in der ersten Startreihe, Trainingsschnellster war Markenkollege Barry Sheene. Wegen der extrem hohen Temperaturen waren die Renndistanzen verkürzt worden. "Trotzdem hatte ich im Laufe des Rennens erhebliche Probleme" erinnert sich Ankoné. "Die bekanntlich bei der RG 500 weit oben liegenden Auspuffrohre dehnten sich unverhältnismäßig stark aus, und das war der Grund dafür, dass ich mir Verbrennungen an meiner "Sitzfläche" zuzog. Trotzdem war es mir möglich, mit dem späteren Sieger John Williams und Barry Sheene mitzuhalten. Aber dann gab es plötzlich Probleme, und ich befürchtete schon, dass die Maschine festgehen würde. Glücklicherweise konnte ich aber zu Ende fahren. Kurz vor dem Ziel war plötzlich sogar Barry in Sichtweite, der offenbar Probleme hatte. Letztendlich aber war ich mit meinem ersten Podestplatz sehr glücklich." Und nun wurde ihm auch der Stellenwert seines Erfolges klar, war es ihm doch gelungen, mit Michel Rougerie, Teuvo Länsivuori, Dieter Braun, und Chas Mortimer vielfache GP-Sieger hinter sich zu lassen. "Grand-Prix-Rennen waren damals bei weitem nicht so professionell wie heute. Mein Mechaniker Gerrit Veldscholten und ich packten drei Motorräder in den Van und fuhren zu den Rennen. Das war mitunter ganz schön stressig - ein Erfolg wie der von Spa 1976 ließ aber alle Strapazen vergessen!"
Während des ersten Juli-Wochenendes werden Marcels Gedanken unzweifelhaft 35 Jahre zurückgehen (fast hätte es ja auf den Tag "geklappt", das Rennen damals fand am 4. Juli statt). Er wird eine TR500 fahren. "Das ist die wassergekühlte Zweizylinder-Suzuki, die ich 1974 fuhr. Ich verkaufte sie dann, um eine RG 500 kaufen zu können. Ungefähr 17 Jahre später war es mir möglich, sie zurückzuerwerben. Gemeinsam mit Gerrit restaurierte ich sie zum alten Glanz. Ich nehme nun seit 1998 an Klassik-Demos teil, und "The Bikers Classics" gehört dabei jedes Jahr zu den absoluten Höhepunkten. Und besonders schön ist es, an traditioneller Stelle richtig Gas geben zu können!!!"

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